Du hattest lange genug Spaß damit. Jetzt muss es raus in die Welt …. J.L. Carlton über das Leben und Schreiben

Everything was beautiful at the ballet, raise your arms and someone´s Always there
„At the Ballet“ – A Chorus Line
hdr
Wart ihr schon einmal auf einer Lesung? Oder einer Buchmesse? Hattet ihr vielleicht sogar das Glück, dort einen eurer Lieblingsautoren zu treffen? Ja? Wie habt ihr reagiert? Ganz cool und gelassen? Oder hüpfend vor Freude?
Ich gestehe, ich versuche ganz ruhig zu sein, auch wenn mein inneres Fangirl wild herumspringt und irre jubelt. Gar nicht so einfach, vor allem, wenn ihr grinsen müsst, als wärt ihr total high.
Die Autorin, die ich euch heute vorstellen möchte, hab ich auf der Gay Book Fair in Frankfurt getroffen und ja, mein Fangirlherz schlug wie verrückt. Sie war so nett, unterhielt sich mit uns und als ich fragte, ob sie vielleicht Lust hätte mir ein paar Fragen für meinen Blog zu beantworten, sagte sie Ja ❤
Und deshalb hier für euch …..
Jacqueline L. Carlton
hdr

Hast du schon immer gerne geschrieben? Wann wusstest du, ich will meine Geschichten mit der Welt teilen? 
Ich habe schon Mitte der 1980er Jahre angefangen zu schreiben. Eigenständige Geschichten – die allerdings nie das Licht der Welt erblicken werden. Aber dann kam der Film „Labyrinth“ mit David Bowie (Ja, ich bin Bowie-Fan) und da dieser Film einen ziemlich offenen Schluss hatte, habe ich mir auf Karo-Papier meinen eigenen Schluss geschrieben. Als es dann später Internet gab, habe ich dann begriffen, dass das, was ich da tat „Fanfiction schreiben“ war und ich nicht alleine damit war. Ab da habe ich dann auch alles, was ich an Fanfiction geschrieben habe im Internet auf verschiedenen Plattformen veröffentlicht Später kam dann auch Harry Potter Fanfiction dazu, die von den Lesern sehr gut aufgenommen wurden.
Das Bedürfnis meine Geschichten mit anderen zu teilen steckte also irgendwie schon immer in mir. Ich sehe mich selbst eher als „Geschichten-Erzählerin“ und nicht so sehr als Schriftstellerin – wobei ich den genauen Unterschied gar nicht wirklich erklären könnte, wenn jemand hartnäckig nachfragen sollte. Es ist eben eher eine Gefühlssache.
Von den Fanfictions (die mit der Zeit immer länger und länger wurden) war es dann kein allzugroßer Schritt mehr zur Veröffentlichung über einen Verlag. Aufregend war dieser Schritt trotzdem noch! Und wie!

Wie reagierte denn dein Umfeld? Vorallem, da du Gay-Romance schreist und keine kleine kitschige Liebesromanze? 

Durchweg positiv. Besonders mein Mann ist sehr stolz auf mich. Aber er wusste ja auch, dass ich Fanfiction schreibe und das ging auch eher in die Richtung Slash, bzw. Homoerotik und da hat es ihn nicht mehr wirklich überrascht, dass daraus nun Gay Romance wurde.

bty

Mit Sinclair und George (Macht & Ohnmacht) hast du ein Paar erschaffen, dass mich umhaute. Es war sooo spannend und sexy und lustig und ….. einfach Wow. Du hast es ihnen nicht gerade leicht gemacht. Woher kam die Idee für ihre Story? Was inspirierte dich?

Ideen für Geschichten entstehen bei mir dadurch, dass sich mir Eindrücke (teilweise auch ganz alte) von Filmen, Werbungen, Büchern, etc plötzlich aufdrängen, sich irgendwie vermischen und dann kommt bei mir der Gedanke „Ja, das ist doch mal eine gute Idee für eine Story! Das könnte man glatt mal schreiben!“
Speziell bei „Macht und Ohnmacht“ kamen drei Dinge zusammen… die vage Erinnerung an den Spielfilm „Pretty Baby“ mit Brooke Shields, eine Dokumentation über das Mittelalter und das „Recht der ersten Nacht“ und die Erwähnung der Mafia in den Nachrichten. Das hat sich in meinem Hirn irgendwie sinnvoll angehört. Ein Mafia-Boss ersteigert sich das Recht der ersten Nacht eines jungfräulichen Prostituierten. Das war die Grund-Idee. Und fünf Minuten später hatte ich den Plot für diese beiden Bände schon im Kopf. Gut – von Kleinigkeiten mal abgesehen. Aber die Beziehung zwischen George und Sinclair war von Anfang an genau so geplant und auch die etwas verwickelte Familiengeschichte von Sinclair stand fest. Daraus hat sich der Rest dann irgendwie ganz natürlich entwickelt. Amüsant finde ich dabei, dass ich einzelne Schlüsselszenen, bzw. Dialoge bereits in der ersten Woche aufgeschrieben habe. Einer dieser Dialoge war das Telefongespräch zwischen Randolph und Sinclair, als Sinclair kurz nach dem „Showdown“ im Krankenhaus liegt. Da habe ich mich doch sehr gefreut, als ich diesen Dialog endlich in die Handlung einfügen konnte – ohne groß was daran ändern zu müssen. Ich muss zugeben, da war ich schon ein bisschen stolz.

Es war mir bei Sinclair und George sehr wichtig zu zeigen, dass beide einen „Weg“ zurückzulegen haben und auf diesem Weg einiges zu lernen haben. Erst dann konnte es das „richtige“ Happy End geben.

Schreibst du ganz für dich allein, oder lieber mitten drin? Ganz ruhig, oder darf es laut sein?

Das kommt darauf an. Wenn ich Szenen schreibe, über die ich mir selbst noch nicht so ganz im Klaren bin (ja – auch das kommt vor), dann brauche ich absolute Stille. Wenn es Szenen sind, die ich schon fast fix und fertig im Kopf habe, dann kann ich auch in einem belebten Café oder in einem vollbesetzten Zug schreiben. Grundsätzlich höre ich während des Schreibens nie Musik. Lenkt mich zu sehr ab. Wenn Musik läuft, singe ich mit und dann war’s das mit dem Schreiben.

Hast du einen Lieblingsschreibplatz? 

Nein. Ich habe aus Platzgründen keinen festen Arbeits- bzw. Schreibplatz. Ich brauche nur meinen Laptop oder auch mal einen Block. Auf Papier zu schreiben hilft mir manchmal gegen kleinere Schreibblockaden.

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Liest du selbst auch gerne? Hast vielleicht ein Lieblingsbuch? Oder eines, daß du uns unbedingt ans Herz legen würdest?

„Vom Winde verweht“. Ich liebe es. Ganz ohne Witz. Ich besitze diesen Roman in mehreren Ausgaben und habe ihn schon ungezählte Male gelesen. Was ich auch total interessant und grandios finde ist „Der Glöckner von Notre Dame“ von Victor Hugo. Der Roman war nicht das, was ich erwartet hatte, aber die Erzählkunst hat mich schwer beeindruckt.
Leider komme ich vor lauter Schreiben kaum noch zum lesen – das ist so der Nachteil am Autoren-Dasein.

Was würden wir denn in deinem Bücherregal finden? 

Alle Regency-Romane von Georgette Heyer. Alles, was Minette Walters an Krimis geschrieben hat. Alle MØrck-Romane von Jussi Adler-Olsen. Viele Romane, die Vorlage zu Filmen waren. Die Harry-Potter-Reihe. Einige Biographien, Sachbücher und auch sonst noch so dies und das.

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Wenn ein Buch die Leserwelt erblickte, ist man dann nicht total nervös? Ich stell mir das etwas „beängstigend“ vor, denn plötzlich lesen und bewerten wildfremde Menschen dein Baby, in das du so viel Herzblut und Liebe investiert hast.

 Da ich diese Erfahrung schon mit Fanfictions gemacht habe, war dieser Aspekt nicht mehr wirklich neu oder beängstigend für mich. Ich kannte das ja schon irgendwie. Aber es ist natürlich trotzdem nochmal was anderes, ob man einfach eine Fanfiction online stellt oder ein Buch verkauft. Ich muss auch zugeben, dass mir das „Loslassen“ des Manuskripts schwergefallen ist. Auch, weil ich nicht wusste, was im Lektorat auf mich zukommt. Doch das war dann alles halb so schlimm und es hat geholfen, dass ich mir mit Unterschrift des Vertrages ganz intensiv vorgesagt habe „Es gehört jetzt nicht mehr dir. Du hattest lange genug Spaß damit. Jetzt muss es hinaus in die Welt.“
Damit konnte ich mich dann sehr gut mit dieser Emotionalität in Bezug auf „mein Buch-Baby“ umgehen. Die Geschichte ist quasi erwachsen geworden und muss nun alleine laufen lernen. Für mich hat das funktioniert.
Trotzdem war der Weg dorthin ganz furchtbar aufregend und es gab auch Tage an denen ich hypernervös war. Jetzt mit dem zweiten Roman waren mir die ganzen Abläufe schon bekannt und die Nervosität ist kaum noch in Erscheinung getreten.
An dieser Stelle möchte ich dem Verlag Dead Soft und meiner Lektorin Julia Fränkle danken, die immer für mich da waren und die es mir sehr leicht gemacht haben, mich in dieser neuen und ungewohnten Umgebung zurecht zu finden.

bty

Bald erscheint dein neues Buch, darfst oder kannst du schon etwas darüber verraten? Bittttttttttttte? Auf was dürfen wir uns freuen?

Ihr dürft euch auf eine Geschichte über zwei Ballett-Tänzer freuen.
Und der Großteil des Romans spielt in Paris.
Frühlingsluft, die nach pastellfarbener Zuckerwatte schmeckt. Das war die Vorstellung, die sich mir beim Schreiben immer aufgedrängt hat.
Tja.
Das wär’s eigentlich fast schon.
Ach – ihr wollt noch mehr hören?
Dachte ich mir fast schon 😉

Okay, dann will ich mal nicht so sein.
Also. Wir haben auf der einen Seite Jason. Begnadeter Ballett-Tänzer, aber schwierig im Umgang und daher das „enfant terrible“ der Ballett-Szene. Da er bei der Ernennung zum Star des Londoner Balletts übergangen wurde, verlässt er das Ensemble kurzerhand. Sein erklärtes Ziel ist nun, zum Star des Pariser Balletts aufzusteigen. Doch das ist gar nicht so einfach. Besonders da Jason, obwohl technisch perfekt, es nicht schafft, das Publikum emotional zu begeistern. Seine Darbietungen sind zu „kalt“.
Auf der anderen Seite haben wir Mike. Mikes Karriere beim Ballett war vielversprechend, wurde aber jäh durch einen Unfall beendet, bei dem sein Bein so geschädigt wurde, dass an professionelles Tanzen nicht mehr zu denken war. Seither versauert er in der Tanzschule seiner Mutter.
Diese beiden werden nun durch Jasons Manager, „Kelly“, und durch Jasons Onkel, Sir David Robertson, 7. Baronet of Chilham, zusammengespannt.
Mike soll Jason helfen, seinem Stil mehr Emotionen einzuhauchen. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, denn ihr erstes Zusammentreffen steht unter keinem guten Stern.

Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten.
Aber ihr könnt euch freuen auf erotisches Knistern, Schweißtropfen auf nackter Haut, Mikes unkonventionelle Schwester, französiches Flair, Drama. Ihr werdet diese beiden Männer auf ihrer Reise von Abneigung über Respekt bis hin zu Freundschaft und… vielleicht noch etwas mehr begleiten.
Es ist eine luftig-leichte Frühlingsromanze, die hoffentlich rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse erscheinen wird.

bty

Macht & Ohnmacht war für mich perfekt, einfach perfekt. Ergo, die Messlatte liegt sehr, sehr hoch. Spornt das an, oder versucht man das als Autorin aus den Gedanken zu streichen?
Heißen Dank für dieses Wahnsinns-Lob! Natürlich habe ich darüber nachgedacht. Wie man aus der Beantwortung der vorigen Frage erkennen kann, ist „Pas de deux – Frühling in Paris“ etwas völlig anderes als „Macht und Ohnmacht“. Das ist zum größten Teil pure Absicht. Ich habe noch andere Ideen für Romane „in der Schublade“ aber ich habe mich ganz bewusst für die Geschichte über zwei Ballett-Tänzer entschieden, weil es eben so komplett anders ist. Es dürften ungefähr 300 Seiten werden – also im Vergleich zu „Macht und Ohnmacht“ richtig kurz. Es wird kein BDSM geben. Es wird sogar tatsächlich kaum Sex geben. Und ich sehe es eher als „Kammerstück“ – soll heißen, es gibt nur wenige Protagonisten. Das meiste dreht sich um Jason und Mike und die meisten Szenen spielen in Jasons Wohnung. „Macht und Ohnmacht“ könnte man eher als „Ensemble-Stück“ bezeichnen – mit sehr vielen Protagonisten, die alle ausreichend gewürdigt werden mussten.
Ich versuche mit „Pas de deux“ also ganz bewusst, einen Vergleich schwer zu machen, indem ich etwas komplett anderes abgeliefert habe.
Trotzdem bin ich höllisch gespannt, wie dieser neue Roman bei den werten Lesern und geschätzten Leserinnen ankommt.

Wenn du dir was wünschen dürftest ……? 
Dann würde ich mir die Verfilmung eines meiner Bücher wünschen. Das wäre obersuperspitzenklasse. Und wenn schon das nicht, dann wenigstens den Weltfrieden.

hdr

Soll ich euch ein Geheimnis verraten? Das Buch hat gerade das Licht der Lesewelt erblickt. Schneller als erwartete, zur Freude von uns Lesern. Natürlich hab ich es schon auf meinem Kindle, bis zum erscheinen des Taschenbuchs hätte ich niemals warten können. Ihr seit neugierig geworden, wollt mehr über das neue Buch erfahren? Dann einfach HIER klicken (Amazon)

Bleibt mir nur noch vielen, vielen Dank zu sagen, Danke für deine Zeit liebe Jacqueline und euch wünsche ich ganz viel Spaß beim lesen und stöbern

Sabine

hdr

PS: Schreibfehler wurden mit Absicht eingebaut. Zusammengesetzt ergeben sie einen geheimen Code mit dem ich die Weltherrschaft an mich reißen werde

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