Andrea Bugla – Mordversuche plant sie im Voraus

„Es ist schockierend, wie locker viele das illegale Downloaden von Ebooks sehen. Es ist ja nicht nur der finanzielle oder der strafrechtliche Aspekt, der einen mit dem Kopf schütteln lässt. Es ist auch der fehlende Respekt uns Autoren gegenüber“

Andrea Bugla

 

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Bücher verbinden, vor allem wenn man den selben Buchgeschmack hat. Ich glaube wir alle haben schon jemanden getroffen, den man sofort mochte, schon allein weil man die gleichen Bücher liest. Bei der Autorin die ich euch heute etwas näher bringen möchte, war es genau so. Ich traf sie 2014 auf der Loveletter Convention in Berlin zum ersten Mal, gelesen hatten wir schon vorher von einander, aber leider nie getroffen und da wir die selben Autorinnen mögen, hatten wir ganz schnell ein Gesprächsthema. Das sie auch noch ein super netter und sehr lustiger Mensch ist, machte sie sofort noch sympathischer. Wir lachten so viel und ich genoss die Zeit in Berlin sehr. Das sie selbst gerade an einem Buch arbeitete, erwähnte sie noch nicht einmal und deshalb war ich natürlich sehr erstaunt, als ich erfuhr das sie „veröffentlicht“.

Meine lieben, die wunderbare Andrea Bugla

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Andrea, die mit ihrem Sohn am Niederrhein lebt, ist begeisterte Romantic Thrill Leserin. Sie selbst schreibt am liebsten mitten in der Nacht und erweckt, während der Duft von wunderbarem frischen Kaffee durch die Wohnung strömt, ihre Protagonisten zum Leben. Ich freue mich sie hier auf Daisy and Books als Gast begrüßen zu dürfen, denn es ist ihr „erstes Mal“

Andrea Bugla: Das sind ja eine Menge Fragen, lach. Ich werde mein bestes tun, sie offen und ehrlich zu beantworten. Aber Vorsicht! Wir beide starten hier gerade zu meinem Jungfernflug

Na gut, ich schnappe mal eine neue Tasse Kaffee und dann gehen wir es an.

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Konntest du dir 2014, als wir uns auf der LLC das erste Mal sahen, schon ahnen, welchen Weg du mal gehen wirst? Dass heute, so viele Monate später, schon drei Bücher von dir draußen sind?

Ja und nein. Als wir uns kennenlernten, stand die Veröffentlichung von „In Sehnsucht vereint“ schon eine Weile fest. Der Grundstein wurde bereits im Jahr zuvor gelegt. Tatsächlich sogar auf der Loveletter Convention. Ich war so frech und habe einfach mal eine nette Mitarbeiterin von LYX angesprochen, während sie gerade draußen zu Mittag aß. Mein Gestammel hat sie wohl neugierig gemacht. Denn sie bat mich, ihr gleich nach der LLC den Titel zu schicken. Sie würde nachsehen und sich dann melden. Und was soll ich sagen. Sie hat sich gemeldet. Mit einem begeisterten „Wir wollen dich!“. Verrate es keinem, aber meine Freundin und ich sind erst mal in unserem Stammcafé was trinken gegangen. Noch heute muss ich grinsen, wenn ich daran denke, dass ich mein Debüt unterm Strich wohl einer türkischen Pizza zu verdanken habe. 😉 Aber Scherz beiseite. Ich hätte wirklich nie erwartet, dass ich bei Mira bzw. Books2read gleich die nächste Punktlandung hinlegen und bereits 2014 den Vertrag für P.I.D. einheimsen würde.

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In Sehnsucht vereint

 

Wann hast du angefangen zu schreiben? Wann war klar: Ich möchte meine Geschichten mit der Welt teilen?

Ich fing in meiner frühesten Jugend schon damit an, die Ideen, die ich im Kopf hatte, zu Papier zu bringen. Anfangs waren es eher Sprüche und kleine Gedichte. Deshalb hieß es auch bei jedem Geburtstag oder Jubiläum: „Andrea, kannst du mal eben?“ Intensiv fing die Schreiberei dann eigentlich aber mit einer Fanfiction an, die meine damalig beste Freundin und ich fabriziert haben. Die finale Szene hat mich übrigens nie losgelassen. Ich habe immer vorgehabt, sie ähnlich in einer meiner Geschichten unterzubringen. Und schließlich habe ich das auch gemacht. Juliette trägt noch heute die Narbe davon auf ihrem Rücken. Es gibt sicher noch Ärger, wenn sie und Coop erfahren, dass ich den Mordversuch somit von langer Hand geplant habe. :p

Wann mir klar wurde, dass ich gerne veröffentlichen würde? Zum ersten Mal dachte ich daran, als ich die erste große Geschichte abgeschlossen hatte. Damals war es eine Drama-Liebes-Geschichte – die noch immer auf meinem Rechner schlummert. Mut gefasst habe ich aber erst, nachdem eine weitere (sehr) große Geschichte fertig war. Und was soll ich sagen? Ich bereue es keinen Tag!

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P.I.D. 1 – Im Visier der Vergangenheit

 

Was sagte deine Familie, Freunde dazu? Skeptiker?

Ich wurde von meiner Familie meist belächelt – und werde es auch heute noch teilweise. Umso größer war das Ha!-Gefühl, als dann die Zusage von LYX kam und gleich mal die von Mira (books2read) folgte. Aber immerhin kommen nicht mehr so Fragen wie „Was schreibst du? Deine Memoiren?“ und es werden auch nicht mehr ganz so oft die Augen verdreht. Die einzige, die von Anfang an hinter mir und meiner „Spinnerei“ gestanden hat, war meine Oma. Sie liest meine Geschichten mit Begeisterung und fragt nur immer wieder erstaunt, wo ich das alles herhole. Dazu muss man wohl wissen, dass ich in unserer Familie die einzige mit einer derart ausgeprägten kreativen Ader bin.

Meine Freundinnen und Freunde stehen dafür umso fester hinter mir. Vieles hätte ich ohne sie auch gar nicht so hinbekommen. Ratschläge, Gegenlesen incl. rücksichtsloser Breitseite, wenn es nötig ist, und viel Geduld, wenn ich ihnen wieder mal die Ohren vollquatsche – dafür kann man sie einfach nur lieben. Da interessieren mich auch die nach wie vor reichlich vertretenden Skeptiker nicht mehr, für die meine Schreiberei immer ein Hirngespinst oder Blödsinn bleiben wird.

 

Was inspirierte dich? Woher kann die Idee dieser doch sehr actionreichen Liebesgeschichte?

Inspiriert werde ich von so ziemlich allem: Den Besuchern eines Cafés, dem Wetter, teils von Nachrichten… Aber generell, und das klingt vielleicht ein wenig verrückt, sind die Geschichten irgendwann einfach da. *Pling* Die einzelne Szenen spuken in meinem Kopf herum. Die Protagonisten platzen herein, stellen sich kurz vor und sagen: „Schreib meine/unsere Geschichte!“ Vielleicht sollte ich auch besser sagen, sie fordern es – mit Waffengewalt und unter Androhungen, andernfalls meine Kaffeepads im Klo runterzuspülen 😛 Nein, das letzte stimmt natürlich nicht. Aber sie werden unermüdlich penetranter, bis man sich endlich hinsetzt und zu Stift und Papier greift. Wenigstens kann man als Autor zu den Stimmen in seinem Kopf stehen – und mit ihnen reden -, ohne eine Einweisung befürchten zu müssen. 😛 An dieser Stelle können mich vermutlich nur andere Autoren verstehen. 😛

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Liest du auch gerne? Oder hast du dazu überhaupt noch Zeit?

Ich lese für mein Leben gerne. Wann immer ich kann, schnappe ich mir ein Buch. Es gibt einfach kaum etwas schöneres, als sich z.B. in die heiße Wanne zu legen (bitte, schlagt mich dafür nicht. Ich habe noch nie ein Buch versenkt, ich schwöre es) oder sich auf die Couch zu lümmeln und in einer tollen Geschichte zu versinken. Diese Leidenschaft habe ich an meinen Sohn weitergeben. Wir haben deshalb vor längerem die „Tradition“ eingeführt, Sonntags nach dem Frühstück technikfrei zu machen (Ebookreader sind davon ausgeschlossen) und die Zeit mit einem Buch zu verbringen. Mein SuB wird dadurch leider nicht kleiner, lach. Es gibt einfach so viel Gutes und viel zu wenig Zeit.

 

Was würden wir denn in deinem Bücherregal finden?

Das ist einfach. Ich schreibe, was ich lese und lese, was ich schreibe. Bei mir findet man also zu 95% Romantic-Thrill und Romantic-Fantasy. Dazu kommen noch ein paar Historicals, „normale“ Krimis und Erotikromane. Bewacht werden sie von meinem Wächter. Und mein Praktikant Finn hat sich auch im Regal breitgemacht. Faule Socke. J

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Was ist dein Lieblingsbuch?

Puh, da habe ich eigentlich gar keins. Es gibt mehrere Reihen und Autoren, für deren Fortsetzungen und neuste Werke ich alles stehen und liegen lasse, aber kein spezielles Buch.

 

Wo schreibst du am liebsten und vor allem wie? Ruhig und einsam oder lieber mitten im Leben?

Ich schreibe überall und sowohl am PC als auch ganz traditionell mit Stift und Papier. Meistens Zuhause. Ich liebe es aber auch, mich bei meinem Stammkaffeedealer in die Sonne zu setzen und meinen Gedanken beim besten Cappuccino ever freien Lauf zu lassen.

Wer mich näher kennt, weiß übrigens, dass es nicht Wo sondern Wann heißen sollte. Aber ich verzeihe dir, liebe Sabine 😉 Ich bin die absolute Nachteule. Bewaffnet mit Haribo und die Senseo im Dauerbetrieb gibt es nichts besseres, als die Nacht zum Tag zu machen. Das bringt mir regelmäßig lustige Kommentare meiner Nachbarin ein. Sie kann unten die Maschine rappeln hören und ist jedes Mal versucht, mir eine SMS a la „Na, du Kaffeenase, wieder fleißig?“ und „Watt? Schon wieder die Tasse leer? Und gleich ne Neue?“ zu schicken, lach. Ja, man muss sie einfach lieben.

Magst du soziale Netzwerke?

Ja, oftmals sogar viel zu sehr. Der Austausch mit Freunden, meinen Lesern, anderen Buchverrückten und Kollegen macht einfach nur Spaß. Da vergisst man schon mal schnell, dass man ja eigentlich schreiben wollte/sollte, lach.

Ohne Facebook wäre mir so vieles entgangen. Zum Beispiel habe ich hier eine meiner beiden besten Freundinnen kennengelernt und von der LLC erfahren. Ich hätte sicher nicht veröffentlich, wäre dieses Netzwerk nicht. Neben den privaten Tüffteleien und Gesprächen bekam ich so nämlich auch die Möglichkeit, Kontakt zu meinen Lieblingsautoren aufzunehmen, die mir im Laufe der Zeit viele gute Tipps gaben. Inzwischen hat sich auch die eine oder andere Freundschaft zu den Kolleginnen – und natürlich auch zu Leser und Bloggern – entwickelt, die ich echt nicht mehr missen will

.Andrea Bugla bei Facebook

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P.I.D. 2 – Gefährliche Hingabe

Ebook-Klau ist leider heute ein Thema, das so viele Autoren belastet. Es ist wirklich unheimlich, wie viele es für ein Kavaliersdelikt halten und nicht sehen, dass es eine Straftat ist – eine, die meiner Meinung nach noch nicht hart genug bestraft wird. Hast du schon Erfahrungen damit gemacht?

Ja, leider Gottes musste ich damit auch schon viel zu viel Erfahrung machen. Meine Bücher sind davon ebenso betroffen, wie die meiner Freunde und Kollegen. Und als wäre das nicht schon genug, trifft es einen fast doppelt so hart, wenn einem von jemand nahestehendes schon gleich beim ersten Buch um die Ohren gehauen wird, dass man es sich „so besorgt“ habe. Oder wenn sogenannte Freunde, die einen bei der Arbeit unterstützen und nebenbei selbst an Texten arbeiten, diesen Diebstahl im großen Stil betreiben.

Ich kann dir also nur zustimmen. Es ist schockierend, wie locker viele das illegale Downloaden von Ebooks sehen. Es ist ja nicht nur der finanzielle oder der strafrechtliche Aspekt, der einen mit dem Kopf schütteln lässt. Es ist auch der fehlende Respekt uns Autoren gegenüber. Wir arbeiten nicht selten monatelang an unseren Texten, um den Lesern ein Ausklinken aus der Realität zu ermöglichen und (hoffentlich) schöne Stunden zu bereiten. Wir investieren Unmengen an sprichwörtlichem Blut und Schweiß und „opfern“ mehr als nur ein bisschen Zeit mit unseren Lieben. Und das tun wir ja auch gerne. Das gibt allerdings niemandem das Recht, diese Arbeit mit Füßen zu treten, nur weil Geiz derzeit so geil ist.

Leider ist es wohl Fakt, dass sich das auch in Zukunft nicht ändern wird. Wir können also einfach nur weiterhin versuchen, gegen die Vertreiber vorzugehen und die Leser für das Thema zu sensibilisieren.

Was würdest du diesen Menschen gerne sagen?

So einiges, nur würde mir das wahrscheinlich mehr Ärger einbringen, als diese Menschen für ihre Taten zu erwarten haben.  Bei solchen Leuten frage ich mich immer wieder, ob sie auch essen gehen, ohne zu bezahlen, oder in Geschäften lange Finger machen. Denn was anderes ist das hier auch nicht.

Sie denken nicht mal eine Sekunde darüber nach, welche Respektlosigkeit hinter jedem einzelnen illegalen Download steckt. Davon, was ich von Begründungen wie „Ach, die verdienen doch genug“ oder „das eine Buch, das ich runterlade, macht den Braten nun auch nicht fett.“ halte, will ich gar nicht erst anfangen. Denn mal abgesehen davon, dass das die schwachsinnigsten Ausreden vor dem Herrn sind, geht es auch völlig an der Realität vorbei.

 

Auf was dürfen wir uns als nächstes freuen? Literarische Zukunftspläne?

Wie einige ja schon wissen, habe ich kurz nach Weihnachten den Vertrag für die P.I.D.-Fortsetzung unterschrieben. Derzeit warte ich darauf, dass die Vorbereitungen losgehen. Währenddessen bleibe ich natürlich nicht untätig. Ideen wollen schließlich umgesetzt werden. Und dann gibt es da auch noch ein Vorhaben … na gut, auch wenn ich dann keine Ausreden mehr habe, um mich zu drücken … eventuell gibt’s dieses Jahr auch noch meine erste Veröffentlichung im Selfpublishing. So, nun ist es raus. Ich gebe nämlich ganz offen zu, dass ich doch ein wenig Bammel davor habe. 😛

  Möchtest du den Lesern noch etwas persönliches sagen?

 Ja, das möchte ich.

Und zwar ein ganz dickes Dankeschön an euch alle da draußen. Ihr ahnt nicht im Geringsten, wie viel es mir bedeutet, eure Reaktionen und Rezensionen zu lesen. Es gibt für mich kaum ein größeres Lob als die Frage nach Nachschub, denn dann weiß ich, dass ich irgendwas richtig gemacht haben muss.

Ich habe eine ganze Weile überlegt, ob ich noch etwas zu sagen habe. Und dann fiel mir auch tatsächlich noch etwas ein: Ich möchte euch, die ihr selbst schreibt, noch etwas mit auf den Weg geben. Schreiben ist eine Leidenschaft, die so mancher nicht verstehen kann. Viele können weder den Anreiz noch die Mühe dahinter nachvollziehen. Oft werdet ihr belächelt, dürft euch immer mal wieder dumme Sprüche anhören, müsst Abwertungen über euch ergehen lassen. Lasst euch davon nicht unterkriegen oder von eurem Weg abbringen. Die Fähigkeit, aus den Bildern im Kopf ganze Geschichten heranwachsen zu lassen und diese zu Papier zu bringen, ist so wertvoll! Haltet daran fest, egal, was andere sagen!

Ich grüße und drücke euch, eure Andrea

 

Danke liebe Andrea ❤ Nur noch wenige Wochen und wir sehen uns in Berlin zur Loveletter Convention endlich wieder. Fühl dich gedrückt und geknuddelt

Ihr wollt noch mehr über die sympathische Autorin erfahren?

HIER kommt ihr direkt zu ihren Büchern , dort findet ihr übrigens ihre beiden  P.I.D. Bücher im eBundle . Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim lesen und stöbern

Sabine

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PS die Schreibfehler sind volle Absicht! Denn zusammen gesetzt ergeben sie einen geheimen Code mit dem ich die Weltherrschaft an mich reißen werde

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