Jana Oltersdorff über Märchen und Inspirationen

Autorenvorstellung

Das ich verrückt nach Märchen bin ist kein Geheimnis, heute sind sie nur viel dunkler, meist leidenschaftlicher und tödlicher als früher. Die Autorin, die ich euch heute etwas näher vorstellen möchte, lernte ich über ein Märchen kennen. Mit Die Brezelfrau zog sie mich in ihren Bann und ich freue mich sehr,  das sie sich die Zeit für ein kleines Gespräch nahm.

Meine Lieben die wunderbare Jana Oltersdorff

Jana Oltersdorff by Matthias Towae

Jana Oltersdorff by Matthias Towae

Jana wurde 1977 geboren und wuchs in Wismar an der Ostsee auf. Heute lebt sie in der Nähe von Frankfurt, im Rhein-Main-Gebiet spielen auch die meisten ihrer Geschichten. Ihre Art bekannte Märchen neu zu interpretieren, machen diese zu ganz neuen Geschichten, sie gibt ihnen neue, frische Gesichter und verzaubert durch ihren wunderbaren Schreibstil.

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Wann wusstest du : Ich möchte Autorin werden, meine Geschichten mit der Welt teilen ?

Dafür gab es eigentlich keinen konkreten Zeitpunkt, und es war auch nie mein Kindheitstraum. Es hat sich im Lauf meines Lebens einfach so ergeben, dass ich das Schreiben für mich entdeckte und irgendwann feststellte, dass es für meine Geschichten auch ein interessiertes Publikum gab. Bisher betreibe ich es ja auch nur nebenberuflich, obwohl es längst mehr als ein Hobby ist – das Schreiben ist schon zu einer Art Berufung für mich geworden.
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Reaktionen deiner Umwelt?
Die fallen ziemlich unterschiedlich aus. Die meisten reagieren erst einmal mit Anerkennung oder Erstaunen, gern auch mit einer Mischung aus beidem. Dann folgt die unweigerliche Frage: Was schreibst du denn so? Wenn ich die dann ehrlich und direkt beantworte, kommen schon unterhaltsame Reaktionen zustande. Die reichen von Oh-Gott-das-lese-ich-nicht-davon-kriege-ich-Alpträume bis hin zu Klingt-ja-cool-wo-kann-ich-deine-Bücher-kaufen.
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Des Nachts im finstren Wald von Jana Oltersdorff
Willkommen im finstren Wald. Kommen Sie mit in die dunklen Ecken des Märchenlandes, dorthin, wo die Stiefmutter nicht die Erzfeindin, sondern Schneewittchens beste Freundin ist und ihr beim Kampf gegen die bösen sieben Räuber hilft. Wo das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern zurückkehrt – ein Jahr nach seinem Tod. Wo die vom Himmel fallenden Sterntaler keinen Segen, sondern tödliches Verderben bringen. Wo Rotkäppchen ein hinterhältiges Biest mit psychopathischen Ambitionen ist. Und wo der mutige Recke mitten im verzauberten Schloss plötzlich feststellt, dass es besser gewesen wäre, Dornröschen niemals in seinem Schlaf zu stören.
Sieben Märchen für Hartgesottene – schaurig, abgründig, unheimlich, ungewöhnlich und auf dunkle Weise … märchenhaft!
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Was inspiriert dich?
Mich inspirieren die unterschiedlichsten Dinge. Das können ganz alltägliche Erlebnisse sein, zum Beispiel die Fahrt mit der S-Bahn zur Arbeit oder die Erinnerung an eine schöne Urlaubsreise in die USA. Oft bringen mich Filme und Bücher auf eigene Ideen. Und manchmal reicht es schon, dass ich irgendwo einen Satz, eine beiläufige Bemerkung aufschnappe, die mich in diesem Moment total fasziniert und die mich so lange nicht mehr loslässt, bis ich daraus eine Geschichte gemacht habe. Zum Beispiel erklärte mal ein prominenter Gast in einer TV-Talkshow, warum es Leute gibt, die ohne Gepäck in ein Hotel einchecken. Was er darüber sagte, hat mich so ins Grübeln gebracht, dass ich die Grundidee sofort notierte. Die ersten Seiten einer dazu passenden Geschichte sind auch schon getippt.
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Lieblingsschreibplatz?
Ich würde ja gern unser schönes Dachstudio zu meinem Lieblingsschreibplatz erklären, aber meistens sitze ich am großen Esstisch im Wohnzimmer, wo ich nicht weit weg von der Familie, der Kaffeemaschine und der TV-Fernbedienung bin. Nein, es stört mich nicht, wenn um mich herum beim Schreiben keine völlige Ruhe herrscht. 🙂
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Dein größter Kritiker?
Ich habe keine festen Betaleser, die immer alles zuerst von mir zum Testlesen erhalten. Aber ich gehöre zu einer kleinen Gruppe von Hobbyautoren, die miteinander äußerst kritisch umgehen und von denen ich mir gern mal mein Geschriebenes zerpflücken lasse. Außerdem gibt es ein, zwei Buchbloggerinnen, von denen ich mir immer eine Meinung zu meinen Geschichten wünsche, vor deren Rezensionen ich aber auch immer am meisten zittere, weil sie ehrlich sind und mir auch offen sagen, wenn sie etwas stört. Das mag anstrengend sein, aber ich bin ihnen dafür unendlich dankbar.
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Hast du überhaupt noch Zeit ein Buch in Ruhe zu lesen?
 
Im Grunde genommen habe ich keine Zeit, weil ich in meiner Freizeit nicht nur selbst schreibe, sondern auch noch Lektorat und Korrektorat für Self-Publisher und Kleinverlage mache. Aber die Zeit nehme ich mir trotzdem regelmäßig. Zum Einen gibt es einfach zu viele Bücher, die mich interessieren und die ich nicht verpassen will, zum Anderen glaube ich fest daran, dass ich, um selbst eine gute Autorin zu werden, so viel wie möglich lesen muss – ein Rat, den viele erfolgreiche Autoren geben und den ich nur unterschreiben kann.
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Zwischenstopp – Dunkle Geschichten
S-Bahnen, die aus unerfindlichen Gründen irgendwo im Nirgendwo halten. Frauen, die sich mit ihren seltsam verwandelten Ehemännern konfrontiert sehen. Leere Bücher, die sich plötzlich wie von Geisterhand füllen und merkwürdige Botschaften enthalten. Autopannen, die zu unheimlichen Begegnungen führen. Gartenpforten, die man besser niemals geöffnet hätte. Cocktails, die nur so gut schmecken, weil der Barkeeper ihnen eine sehr spezielle Zutat beimischt. Zeitreisen, die angetreten werden müssen, weil sie bereits stattgefunden haben. Treppen, die nirgendwohin führen – auf den ersten Blick. Und eigenartige Hinweisschilder am Highway, denen man vielleicht doch nicht hätte folgen sollen. Diese Sammlung von mysteriösen, manchmal amüsanten, oft einfach unheimlichen Kurzgeschichten erzählt, was passiert, wenn man nicht aufpasst, wenn man die Warnhinweise ignoriert, wenn die Neugier über die Vorsicht siegt, wenn man einen Weg einschlägt, ohne auch nur zu ahnen, was an seinem Ende lauert. Lesen Sie selbst, Sie werden es nicht bereuen! Oder vielleicht doch…?
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Was würden wir denn in deinem Bücherregal finden?
In meinem Bücherregal tummeln sich vor allem Bücher aus den Genres, in denen ich auch am liebsten schreibe, also Horror, Mystery, ein bisschen Dark Fantasy, ein bisschen Science Fiction. Ich habe etliche Bücher von Stephen King, viele davon habe ich mehrfach gelesen. Ich besitze auch einige wunderbare Anthologien aus dem Horrorgenre, denn ich lese wahnsinnig gern unheimliche Kurzgeschichten. Aber man findet auch zeitlose Klassiker in meinem Regal, zum Beispiel „Die unendliche Geschichte“ oder „Der Herr der Ringe“. Und „Harry Potter“ wohnt auch in meinem Bücherregal – in der englischen Originalversion.
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Lieblingsbuch?
Diese Frage finde ich immer ganz besonders schwierig zu beantworten. Wahrscheinlich sind Lieblingsbücher solche, die ich mit Vergnügen nicht nur einmal, sondern mehrmals gelesen habe. Dazu gehören auf jeden Fall „Die unendliche Geschichte“, „American Psycho“, Stephen Kings „The Stand“ und aus irgendeinem Grund der historische Roman „Die Hexe von Paris“ von Judith Merkle-Riley.
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Die Brezelfrau – Ein Schauermärchen
„Sie flüsterten nur, doch ich verstand jedes Wort. Von einem alten Fluch war die Rede. Von der Hexe aus dem Wald. Sie nannten sie die Brezelfrau.“

Von Anfang an fühlt sich Johanna in dem uralten Haus am Waldrand von Hexenberg nicht wohl. Ihre Zwillinge Hans und Greta aber lieben ihr neues Zuhause. Als eines Tages kleine geflochtene Körbe mit frisch gebackenen Brezeln auf der Türschwelle stehen, ahnt Johanna, dass es besser ist, das verführerisch duftende Gebäck nicht anzurühren. Doch es tauchen immer wieder Brezelkörbe auf, und Johanna kann nicht ewig verhindern, dass ihre Kinder davon naschen. Als sie von der alten Hilde Korpath die Legende erfährt, die sich um den Hexenberg rankt, erkennt sie die wahren Ausmaße der Gefahr, doch da ist es schon fast zu spät

 

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Literarische Zukunftspläne? Auf was dürfen wir uns als nächstes freuen?
Ganz aktuell ist ja mein Schauermärchenbuch „Des Nachts im finstren Wald“ erschienen. Das Buch vereint sieben dunkle Märchen für Erwachsene. Es handelt sich teilweise um gruselige Neuinterpretationen bekannter Märchenstoffe, teilweise um ganz neue Märchenideen. Nach diesem märchenhaften Ausflug (ist eine Art Liebhaberei von mir) wird es aber wieder Richtung „Realität“ gehen, soweit man davon überhaupt im Zusammenhang mit Horror und Mystery sprechen kann. Denn ich bleibe meinen Lieblingsgenres treu. Erste neue unheimliche Kurzgeschichten sind bereits fertig, weitere werden folgen, sodass ich in absehbarer Zeit die nächste Kurzgeschichtensammlung nach „Zwischenstopp“ herausbringen kann. Auch mein Debütroman soll demnächst das Licht der Welt erblicken, doch bis ich unter das Manuskript „Ende“ setzen kann, wird es wohl noch eine Weile dauern. Aber ich bleibe dran!
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Natürlich habe ich ihr Buch schon gelesen und meine Meinung findet ihr hier.
Ihr wollte mehr über die Autorin und ihre Bücher erfahren? Dann empfehle ich einen Besuch auf ihrer Homepage – hier kommt ihr direkt zu ihren Büchern bei Amazon
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Liebe Jana – Danke für deine Zeit, fühl dich ((((gedrückt))))
Und euch wünsche ich ganz viel Spaß beim lesen und stöbern
Sabine
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PS das sind keine Schreibfehler sondern Spezialeffekte meiner wirklich bösen Tastatur
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2 Gedanken zu „Jana Oltersdorff über Märchen und Inspirationen

  1. Ganz tolles Interview mit einer ohnehin ganz wundervollen Autorin. ❤ Ich hoffe, Jana bringt es noch weit und das auch alle anderen genauso begeistert von ihr sind wie wir. 😀

    Fühlt euch weiterhin bestalkt. 😀

    ~ Jacl

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