10 Fragen an … Autorin Cassandra Negra

Autoren-Interview

10 Fragen an ….. Cassandra Negra

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Die Autorin nahm sich Zeit und beantwortete mir einige Fragen über das Schreiben , ihr Buch * Die Lust des Bösen *, ihre literarischen Zukunftspläne und warum sie bei der Recherche manchmal ein Stückchen von sich selbst verlor …..

— Die Lust des Bösen

** Der erste Fall der jungen Profilerin Lea Lands bietet Nervenkitzel pur. In
Hitlers ehemaligem Fahrerbunker in den Katakomben unterhalb der Stadt Berlin
wird die grauenhaft zugerichtete Leiche einer jungen Frau gefunden. Kurz darauf
passiert ein zweiter Mord, der frappierende Ähnlichkeiten mit dem ersten Fall
aufweist. Hat es die Berliner Polizei hier mit einem Serienkiller zu tun? Lea
Lands ermittelt in der rechten Szene und lernt Jack, den smarten Chef der
Nationalpartei, kennen, in den sie sich auf den ersten Blick verliebt und mit
dem sie eine leidenschaftliche Affäre beginnt. Aber dann beschleicht die
Profilerin ein dunkler Verdacht: Könnte Jack etwas mit den grauenhaften Morden
zu tun haben? Immer tiefer gerät sie im Laufe ihrer Ermittlungen in einen Sumpf
aus unvorstellbarem Grauen, Besessenheit, Wahnsinn und nationalsozialistischem
Fanatismus **

Ein Roman der mich völlig überzeugte , der Schreibstil ist mitreißend und realistisch . Cassandra Negra lässt deine Fantasie tanzen und das Herz schneller schlagen . Mit viel Gefühl , aber in den gruseligen Szenen mit genug Abstand , erzählt sie die Geschichte der jungen Ermittlerin Lea Lands , die bei ihrem ersten Fall gleich in den tiefsten Abgrund der menschlichen Seele blickt . Ich freu mich sehr das Sie sich die Zeit nahm und meine Neugier befriedigte …

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Aber kommen wir zu unserem kleinen Interview , Ladys and Gentleman :

Cassandra Negra

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Hast du als Autorin eigentlich noch Zeit ein Buch in Ruhe zu lesen ?
Cassandra Negra : Leider bleibt mir viel zu wenig Zeit für Belletristik, aber wenn ich unterhaltende Literatur lese, dann gern Paolo Coelho – seine »Elf Minuten« und »Veronica beschließt zu sterben« waren großartig. Auch »Mein Leben« von Marcel Reich-Ranicki, den ich sehr verehrt habe, hat mich tief berührt. Ranicki schildert in diesem Buch Momente des Abschieds mit einer Intensität und Tiefe, die ihresgleichen suchen. Meist vertiefe ich mich aber in Sachbücher zu Themen, zu denen ich aktuell recherchiere. Für die »Lust des Bösen« habe ich so ziemlich alles über Serienmörder gelesen, was die Uni-Bibliotheken hergegeben haben, ich glaube, es waren um die 100 Bücher – darunter auch englischsprachige Literatur wie »The Anatomy of Evil« – ein Buch, das mich fasziniert hat. Für den zweiten Teil der Lea-Lands-Trilogie, »Todesbotschafter«, bin ich tief hinabgestiegen in menschliche, religiöse und fanatische Abgründe von Selbstmordattentätern…

*

Was würden wir den in deinem Bücherregal finden ?
Cassandra Negra : Mein Bücherregal ist vielfältig – das hängt wohl in erster Linie mit den weit gefächerten Interessengebieten zusammen, die ich habe. Als Mensch passe ich in keine Schublade und so ist es auch mit meiner Bibliothek. Der Löwenanteil besteht aus Sachbüchern – darunter psychologische Bücher (Psychiatrie, Forensische Psychiatrie), Bücher aus dem Bereich Medizin (Rechtsmedizin, Pathologie), Philosophie, Kriminologie, die Bibel, der Koran sind darunter, ebenso wie Bücher von Papst Benedict, dem Dalai Lama und Geschichtsbücher, die sich mit dem Dritten Reich oder dem DDR-Regime befassen. Aber natürlich lese ich zur Entspannung auch gerne mal einen Roman – eines meiner Lieblingsbücher ist »Das Spiel ist aus« von Jean Paul Sartre. Der Autor spielt hier brillant mit der Idee des Lebens nach dem Tod und versetzt die Verstorbenen als Beobachter in ihre Welt zurück.

*

Wann hast du angefangen zu schreiben ?
Cassandra Negra : Angefangen hat es vor etwa fünf Jahren mit einem psychologischen Fachbuch. Mein erster Roman »Die Lust des Bösen« entstand ungeplant und spontan. Eines Abends habe ich mich nach einem langweiligen Fernsehabend in unsere kleine Bibliothek zurückgezogen, eine Seite von meinem Flipchart abgerissen, die Hauptprotagonisten und die Handlung des Buches kurz skizziert, mich an meinen Laptop gesetzt und die ersten Sätzen in die Tastatur getippt. Von da an, lief es wie von selbst.

*

Wer ist dein größter Kritiker ?
Cassandra Negra : Mein größter Kritiker bin ich wohl selbst. Es ist schwer, meinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden… Aber mit der Zeit bin ich etwas gnädiger mit mir selbst geworden (lacht).

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( Cassandra Negra – Buchmesse Frankfurt )

Die Lust des Bösen war ja dein Debütroman , warst du nicht sehr nervös was wohl * Fremde* Menschen über dein Buch denken ? Ich stell mir diesen Moment schon etwas beängstigend vor .
Cassandra Negra : Ja, ich muss zugeben, ich war vor der Veröffentlichung schon sehr aufgeregt. All die Jahre sitzt man vor seinem Laptop, lässt seiner Fantasie freien Lauf und schreibt leidenschaftliche Geschichten. In erster Linie schreibt man natürlich für sich selbst. Nichts ist berauschender und spannender, als sich in Welten zu versetzen, in die man im realen Leben nie vordringen würde. Weil man zu viel Angst davor hätte, weil man fürchtet stigmatisiert oder von den Menschen verurteilt zu werden. In Büchern jedoch ist das nicht der Fall – hier kann man Fantasien ausleben und in Abgründe eintauchen, von denen man nie geglaubt hätte, dass sie tatsächlich existieren. Man schreibt, weil man getrieben wird, ja, manchmal sogar besessen ist von einer Geschichte. Oft ist es schwer und bisweilen schmerzhaft eine Figur loszulassen, und so manches Mal, wenn man sich zu tief in die dunkelsten Abgründe vorgewagt hat, ist es qualvoll und peinigend, sich aus den Fängen des Bösen zu befreien und aus der Geschichte zurückzukehren in die Realität.
Ich denke am Ende ist jeder Autor stolz auf das, was er geschaffen hat. Und ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich es nicht bin. Doch eines – glaube ich – sollte man nie tun: Auf den kommerziellen Erfolg schielen und dem Mainstream folgen. Man muss schreiben, weil man für etwas brennt und muss das zu Papier bringen, was man in sich trägt und was man fühlt. Nur dann wird man Leser fesseln und sie eintauchen lassen in die Welt, die man erschaffen hat – sie mitfühlen, sie zweifeln, leiden, hoffen oder lieben lassen.

*

Hast du einen Lieblingsschreibplatz ?
Cassandra Negra : Nein. Ich schreibe überall, ganz egal, wo ich gerade bin. Manchmal schreibe ich im Flugzeug, wenn wir auf dem Weg zu unserem Projekt nach Brasilien sind, ein anderes Mal sitze ich in der Lobby eines Hotels … Die Plätze sind beliebig. Wichtig ist, dass ich inspiriert werde, und dann ist es eine unglaubliche Leidenschaft, die ich verspüre, eine Versuchung, der ich einfach nicht widerstehen kann – sie überfällt mich, und das einzige, was ich tun kann, ist mich ihr hinzugeben. Am liebsten schreibe ich, wenn ich viel „Trubel“ um mich herum habe und wenn ich Leben spüre.

*

Worüber kannst du dich so richtig freuen bzw mal richtig ärgern ?
Cassandra Negra : Für mich sind es die kleine Dinge im Leben, über die ich mich freue. Wenn mein Mann mir beispielsweise ein Gänseblümchen in einer Espressotasse auf meinen Schreibtisch stellt, freue ich mich sehr darüber. Manchmal ist es aber auch das Lachen eines sterbenden Menschen, das mich bei meiner ehrenamtlichen Arbeit als Hospizhelferin berührt. Ja, einen Menschen in seinen letzte Tagen auf dieser Erde noch einmal glücklich zu sehen, das finde ich mehr als nur anrührend.
Was mich zornig macht sind egozentrierte, arrogante, selbstverliebte Menschen, die glauben, die Welt müsse sich allein um sie drehen. Manchmal ärgert mich auch die Ignoranz und Intoleranz, mit der wir einander begegnen. Ich finde es wichtig, Menschen so anzunehmen wie sie sind – ganz egal, welcher Religion sie angehören oder aus welcher Bevölkerungsschicht sie auch kommen. Meist sind es gerade arme Menschen aus Entwicklungsländern, die das größte Herz haben. Sie teilen – auch wenn sie wenig haben – sie leben, auch mit dem wenigen, das sie besitzen, glücklicher und zufriedener als wir in der westlichen zivilisierten Welt.

*

Ich bin ja ganz verliebt in die Lust des Bösen , ein unglaublich spannendes Buch . Mich hat es sofort gefesselt und mitgerissen . Natürlich frage ich mich nun : Wie kommt man auf eine so geniale Idee ? Was inspirierte dich dazu ?
Cassandra Negra : Eigentlich wollte ich eine Habilitation über die pathologische Persönlichkeit Hitlers schreiben. Als keiner meiner Wunschprofessoren, die ich angefragt hatte, Willens oder in der Lage war, dieses Thema zu betreuen, habe ich kurzerhand meine jahrelangen Recherchen zum Dritten Reich und zur Persönlichkeit des Führers in diesem Roman verarbeitet.

*

Da dein Buch sehr detailliert beschrieben ist , egal ob aus historischer oder medizinischer Sicht , komme ich nicht umhin zu Fragen wie lange du mit Recherche beschäftigt warst ?
Cassandra Negra : Zur historischen Sicht kam eine sehr ausführliche Ortsrecherche – alle Lokalitäten, über die ich in »Die Lust des Bösen« schreibe, habe ich bereist – die Wolfsschanze, die Berliner Unterwelten, den Invalidenfriedhof. Ich finde es wichtig, sich in die Atmosphäre einzufühlen, sie zu atmen, sich hinzuversetzen in das, was die Menschen zu jener Zeit wohl gefühlt haben – nur so kann man meines Erachtens authentisch schreiben, so authentisch, dass man den Leser mitnimmt auf eine Reise in die dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte…
Um den medizinischen Bereich möglichst authentisch zu gestalten, habe ich ein Praktikum absolviert, und zwar im Kurs Rechtsmedizin beim bekanntesten und renommiertesten Professor für Rechtsmedizin, Prof. Tsokos, am Institut der Berliner Charité. Das, was ich während dieses Praktikums erlebt habe, hat mich lange Zeit nicht mehr losgelassen. Die Bilder, die man dort sieht, brennen sich für immer in die Seele. Das erste Mal eine Leiche zu sehen, dem Tod Angesicht zu Angesicht gegenüberzustehen, die eiskalte Haut eines Toten zu berühren – das ist etwas, was man wohl nie mehr vergisst. Ich habe die sterblichen Überreste gesehen von Menschen, die sich selbst das Leben genommen haben und die von Menschen, die gewaltsam aus diesem Leben gerissen wurden. Jedes Mal war anders, und jedes Mal war es als ob ein Stück von einem selbst stirbt.

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Wie sehen deine literarischen Zukunftspläne aus ? Bekommen wir noch mehr von Lea Lands ?
Cassandra Negra : Ja, mit Lea geht es weiter. In »Todesbotschafter«, dem zweiten Teil der Trilogie, wird Lea sich zunächst mit einigen persönlichen Schwierigkeiten auseinanderzusetzen haben – dazu gehört der Tod ihres Kollegen, den sie verarbeiten muss, die problematische Beziehung zu Jack und der Serienmörder Wenger, der überlebt hat, aus dem Krankenhaus flieht und sie und die Stadt Berlin erneut in Atem hält.
In ihrem neuen Fall ermittelt Lea im Umfeld des islamistischen Terrors. Stück für Stück entschlüsselt sie die Lebensgeschichte eines Attentäters und gerät dabei schließlich selbst ins Fadenkreuz der Terroristen. Ein packender, rasanter Thriller um religiösen und politischen Fanatismus und Menschen, die bereit und willens sind, alles in Kauf zu nehmen. Und es bleibt spannend: im dritten und letzten Teil wartet ein packendes, ergreifendes Finale auf die Leser.

***

Schreiben ist für mich …….
Meistens Leidenschaft, manchmal Therapie und oft eine Reise zu mir selbst.
»Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.«, sagte Franz Kafka. Solche Bücher möchte ich schreiben. Bücher, die die Seele berühren, solche, die uns Seiten von uns selbst zeigen, die wir bislang nicht kannten. Geschichten erzählen, die uns mitnehmen auf die dunkle Seite und uns das Böse zeigen und solche, die uns Hoffnung geben – auch wenn es sie scheinbar nicht mehr gibt. Ich schreibe, um zu zeigen, dass es immer ein Morgen gibt … Ganz egal, wie schrecklich auch die Vergangenheit war oder die Gegenwart gerade ist, es lohnt sich immer weiterzumachen und nach vorn zu schauen.

Danke für deine Zeit liebe Cassandra – fühl dich ganz lieb ((gedrückt))

Ich bin schon sooo gespannt auf den nächsten Teil der Trilogie und freu mich schon darauf euch * Todesbotschafter * vorzustellen . Wer mehr über das Buch von Cassandra Negra erfahren möchte besucht doch mal ihren Verlag unter

www.jerrymedia.eu

oder einfach ein *klick* aufs Bild

Ich wünsch euch ganz viel Spass beim Lesen und Stöbern

Sabine

Und nicht vergessen : bis Sonntag um Mitternacht könnt ihr das Buch -SIGNIERT !! – noch Gewinnen

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PS Das sind keine Schreibfehler sondern Spezialeffekte meiner bösen Tastatur

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