10 Fragen an … Autorin Anne Freytag

Autoren-interview

freytag

10 Fragen an : Anne Freytag

Die sympatische Autorin nahm sich Zeit und plaudert über ihre Bücher und ihre literarischen Zukunftspläne  .

Mit 434 Tage überzeugte sie mich sofort , es war das erste Buch das ich von der Autorin gelesen habe und war sofort hin und weg . Mit viel Leidenschaft schreibt sie über ein eigentlich sehr ernstes Thema – das Fremdgehen . Anja – fast 10 Jahre mit Tobias verheiratet , führt eine solide und ruhige Ehe . Sie ist in ihrem Job mehr als erfolgreich ,aber auch viel auf Reisen .Und auf einer solchen trifft sie ihren Exfreund Julian wieder .Den besonderen Ex , den fast jede von uns Frauen hat und niemals vergisst .In Rückblenden erzählt uns Anne Freytag vom kennen und lieben lernen der Beiden .Sie zeigt uns Anjas und Julians gemeinsame Vergangenheit , beschreibt den Beginn einer ganz besonderen Liebe ,aber leider auch ihr trauriges Ende .Wir lernen Tobias kennen – der Ruhige , Sanfte .Ihr Halt , ihr Hafen.Aber in den Moment  wo Julian ihr gegenübersteht , durch reinen Zufall am selben Ort ist wie sie ,kann sie ihm nicht widerstehen .mit Beginn dieser Affaire , ändert sich ihr ganzes Leben – mehr als sie ahnt ……

freytag

Warum ich Anja mochte , obwohl sie fremdgeht ?Es lag an der unheimlich realen Art , wie Anne Freytag ihr Seelenleben beschreibt .Dieser Selbsthass , dieser Ekel vor sich selbst ,aber auch der innere Dämon , der nur lächelt und sich schon auf das nächste Mal freut .All dies konnte ich nicht nur verstehen , sondern förmlich spüren.Anja liebt ihren Mann – aber je mehr ich von Julians und ihrer Vergangenheit erfuhr ,je besser konnte ich nachvollziehen , warum sie ihm nicht widerstehen konnte .Die kleinen Zeitsprünge die  die Autorin eingearbeitet hat , bringen dir die Beziehung der beiden Figuren wirklich nahe .Natürlich wollte ich zu Beginn das sie bei ihrem Ehemann bleibt ,wollte sie schütteln und sagen : Komm schon , mach nicht alles kaputt was ihr euch aufgebaut habt ,nur wegen gutem Sex .Aber es kommt ein Punkt , da ändert sich einfach alles ….Mehr will und kann ich euch über den Roman nicht verraten.Ich bin verliebt … ins Buch und die Autorin .Bei stöbern hab ich dieses Zitat gelesen : ** Wenn auf diesem Buch Nicholas Sparks stehen würde , wäre es ein Millionenseller **Und dem kann ich ABSOLUT nur zustimmen.Anne Freytags Schreibstil ist nicht nur mitreissend und fesselnd , sie lässt Bilder in deinem Kopf entstehen und nimmt dich mit auf eine Reise , deren Ende du nicht erahnen kannst .Unglaublich rasant geschrieben und packend bis zur letzten Seite .Eine Dreiecksbeziehung wie sie passieren kann , erzählt ohne Kitsch und Bla Bla .Anne Freytag kommt zum Punkt und spart sich überflüssiges Geschnörkel .Ihr werdet mit leiden , mit lachen und spätestens an den ** Briefen ** werdet ihr , genau wie ich , mit weinen .Ein grossartiges Werk und deshalb von mir 5 von 5 Teddytatzen mit extra Sternchen für ein Buch das kein Lesetipp sein sollte – sondern eher Pflicht

Lassen wir endlich die Autorin selbst zu Wort kommen :

Hallo Anne und danke für deine Zeit ,

bevor ich dich mit meinen Fragen löchere , stell dich doch einfach kurz selbst vor:
anne11
Anne Freytag : Ich wohne mit meinem Freund in meinem Lieblingsstadtteil in der Stadt, die ich immer im Herzen tragen werde: München. Ich bin Mitte Oktober 31 Jahre alt geworden und freue ich über die Primzahl… Ich bin gerne in Gesellschaft und allein. Ohne Musik kann ich nicht schreiben. Ich darf weder zu wenig noch zu viel schlafen. Ich bin ein Nachtmensch. Ich liebe es, essen zu gehen. Serien und ich haben eine innige Beziehung. Ich würde gerne die Welt entdecken. Richtig reisen. Monatelang. Ich bin kein Sammler-Typ, aber von Handtaschen und Turnschuhen kann ich nur schwer genug bekommen. Ich habe ein Faible für Brillengestelle und Nagellacke… Mein Laptop ist mir (fast) heilig. Das wichtigste in meinem Leben: meine Beziehung, meine Familie und meine Freunde. 
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freytag
 Hast du als Autorin eigentlich noch Zeit ein Buch in Ruhe zu lesen ?
Anne Freytag : Nicht oft, aber das liegt nicht nur am Zeitmangel – ich darf nicht lesen, wenn ich schreibe… ich verliere mich dann in Geschichten und komme mit meinen nicht mehr weiter… klar halte ich mich da nicht sklavisch dran, aber ich lese wirklich nicht viel.
*
Was finden wir den in deinem Bücherregal ?
Anne Freytag :  Ich muss zugeben, dass ich nie eine Leseratte war. Ich habe schon sei jeher lieber geschrieben. Aber natürlich habe ich meine Lieblingsbücher: ‚Das Parfüm’ von Patrick Süßkind, ‚Catcher in the Rye’ von J.D. Salinger, Harry Potter, (der sechste Band ist mein Favorit)… Mein absolutes Lese-Highlight 2013 war ‚Lieblingsmomente’ von Adriana Popescu.  
*
Wer ist dein größter Kritiker?
Anne Freytag : Ich habe ein paar Menschen, die mich ehrlich und konstruktiv kritisieren. Manchmal bin ich sehr dankbar und offen, manchmal hör ich das nicht so gerne… Aber mein schlimmster Kritiker bin ich selbst… es dauert wirklich lange, bis ich zufrieden bin. Bis die Stimme in meinem Kopf sagt: Ja, das gefällt mir, das klingt gut… Wenn aber dann sogar dieser Teil in meinem Kopf begeistert nickt, bin ich umso glücklicher. 
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freytag
Wenn ein neues Buch erscheint , ist man dann nicht sehr nervös was * Fremde * von deinem Baby halten? Oder wird das mit der Zeit leichter?
Anne Freytag : Ehrlich gesagt, habe ich am Anfang nicht wirklich darüber nachgedacht… ich habe mir gewünscht, dass überhaupt jemand meine Bücher finden wird… ich meine, Amazon ist so riesig… Als dann die ersten Reaktionen haben, war ich sehr erleichtert, dass meine Romane im Großen und Ganzen wirklich gut ankommen. Und klar tut gemeine Kritik auch weh. Aber mit der Zeit wird das besser, auch, wenn man sich nie über so etwas freut, wie das Prädikat ‚banal‘ oder ‚Mittelmaß‘. Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich gelernt habe, damit umzugehen, es mir nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen. Das Buch, das JEDEM gefällt, gibt es nicht und das wird es auch nie geben. Und es gibt genug Bücher, die mir nicht gefallen haben… ich renne halt dann nicht gleich los und schreibe eine verärgerte Rezension. Ich empfehle Bücher, dir ich mochte, verreiße aber keine, die ich nicht gut fand. Ich möchte Menschen mit meinen Romanen erreichen, und ich denke, meistens gelingt mir das ganz gut. Das sind dann die ganz tollen Augenblicke. Die, die man nicht vergisst. 
*
 Hast du Rituale vorm schreiben? Oder vielleicht einen Lieblingsplatz?
Anne Freytag :  Ich schreibe meistens schon zu Hause an meinem Alles-Tisch (ich habe kein Arbeitszimmer, deswegen ist der Esstisch auch der Arbeitstisch…). Im Sommer sitze ich gerne in einem Café (mit Kopfhörern, weil ich ja Musik brauche…). Manchmal arbeite ich auf dem Balkon. Rituale? Neben der Musik, brauche ich Kaffee und Tee. Im Sommer eiskalt, im Winter lauwarm. Und ich muss Zeit haben. Ich kann nicht nur eine Stunde hier und da schreiben. Es ist als würde ich am Beckenrand stehen und mich nicht trauen, ins Wasser zu springen. Und dann, irgendwann aus dem Nichts, mache ich einen Hecht und bin drin. Wenn ich dann endlich richtig in der Geschichte drin bin, will ich nicht mehr raus. Da bin ich dann in meinem Element. Wie ein kleiner Fisch. Deswegen brauche ich Zeit. Komisch eigentlich, weil im echten Leben stehe ich nie am Beckenrand. 🙂
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Was freut dich bzw worüber kannst du dich auch mal richtig Ärgern?
Anne Freytag :  Ich freue mich über viele kleine Dinge. Am liebsten mag ich es, wenn Menschen aufmerksam sind. Mit sich, mit anderen. Das zeugt von Interesse und Wichtigkeit. Man nimmt seine Umgebung wahr und ernst. Das finde ich wichtig. Sehr sogar. Ich brauche nicht viel, um mich zu freuen – mit den richtigen menschen, macht fast alles Spaß. Was ich nicht lesen kann, ist Falschheit und Egoismus. Ich mag Praktika nicht, wenn die Bezahlung nicht stimmt (was sie fast nie tut). Und ich bin ein riesiger Verfechter von Fairness und Gerechtigkeit. Wenn Leute unfair sind, Kritik nicht berechtigt oder jemand sich anderen gegenüber ungerecht verhält, macht mich das wirklich wütend. Aber ich bin ein echtes Glücksschwein, weil ich von so tollen Menschen umgeben bin. 
freytag
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Steckt auch ein klein wenig Anne in deinen Büchern?
Anne Freytag : Ich glaube, das lässt sich nicht vermeiden… 😉 Aber meine Charaktere sind alle erfunden. Sie sind eigene Wesen, die hier und da Inspiration gefunden haben. Ich glaube, ich könnte nichts schreiben, was zu nah an mir oder meinem Leben dran wäre… das wäre mir auch zu langweilig. Aber unbewusst ist da sicher einiges dabei. Und ich bin ja so ein leidenschaftlicher Lauscher. Es gibt nichts Schöneres, als Fremde zu beobachten und zu studieren. In Cafés zu sitzen und Unterhaltungen mitzuhören. Das Leben ist unbeschreiblich inspirierend. Es versorgt mich mit Ideen. Ich muss nur hinschauen (und zuhören).
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Wann hast du angefangen zu schreiben ?
Anne Freytag : Ich habe immer gerne geschrieben… nie in Form eines Tagebuches, weil mir das zu fad war, sondern meine Gedanken zu bestimmten Themen. Das dafür schon seit ich zehn oder elf war… So richtig angefangen habe ich aber dann eher aus Versehen. Während des Studiums habe ich nach einem Ausgleich zu den ganzen Fächern gesucht, die mir viel zu trocken waren (Wirtschaftsmathematik, Buchführung, BWL…..) Eines abends habe ich angefangen ‚Irgendwo dazwischen‘ zu schreiben, aber ohne den Plan, einen Roman zu schreiben. Einfach so. Zum Spaß. Und aus ein paar Kapiteln wurden 800 Seiten. Seitdem schreibe ich. Und ich liebe es. (Fast immer).
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Mein erstes Buch von dir war * 434 Tage * und ich war hin und weg – ohne zuviel verraten zu wollen , aber das Ende war WOW .Und dann las ich Renate Hoffmann und wieder bin ich hin und weg .Zwei so unterschiedliche ,aber doch * schwere * Themen , die du mit solcher Leichtigkeit umsetzt .Woher kommen deine Ideen? Was inspiriert dich ?
Anne Freytag :  Das Leben und die Menschen. Ich schreibe keine Märchen, ich schreibe Geschichten, die in der Nachbarwohnung passieren könnten. Ich denke, das Leben ist die beste und spannendste Inspirationsquelle. So verschieden die Menschen aussehen, so verschieden sind ihre Geschichten und doch sehnen wir uns fast alle nach denselben Dingen: Liebe, Geborgenheit, Freundschaft, Anerkennung, Reichtum (der sich sehr unterschiedlich äußern kann). Ich denke uns bewegen dieselben Dinge. Zumindest die meisten von uns.
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Literarische Zukunftspläne ?

Anne Freytag : Ich habe viele Ideen und viel vor… zum einen schlummern in meinem ‚Vielversprechend‘-Ordner viele gute Ideen und gute Anfänge, die ich bisher nicht fertig bekommen habe, zum anderen führe ich spannenden Gespräche mit anderen Autoren, die vielleicht schon bald ein Zuhause bei freytag Literatur finden werden, und ich schreibe selbst an zwei Geschichten parallel. 

Auf Dauer wäre ich gerne ein Hybrid-Autor: mit manchen Titeln bei einem namhaften Verlag, mit anderen weiterhin Selfpublisher bei freytag Literatur. Ich bin wirklich gerne SPler. Ich entscheide gerne, bin spontan und flexibel… ich mag, dass ich alles tun kann und muss. Und dennoch wäre ein Verlag so eine Art Prädikat wertvoll. Ich hatte immer den Traum, dass ich eines Tages in einen Hugendubel spaziere und dort liegt ein Stapel meiner Bücher. Neben den großen Namen. Einfach so. Ein kleiner Teil in mir, träumt diesen Traum noch immer. Vielleicht geht er ja irgendwann in Erfüllung. 😀  
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Schreiben ist für mich ……. mein Traumberuf, meine liebste Beschäftigung… Menschen erfinden macht unheimlich viel Spaß. Ich liebe, was ich tue.
freytag
Danke für deine Zeit
ich freu mich wirklich das du dir diese für mich nimmst , fühl dich mal ganz lieb ((((gedrückt)))))

Anne Freytag : ICH sage danke!! 😀

Wer mehr über die sympatische Anne Freytag erfahren möchte , kann dies hier tun

http://www.freytag-literatur.de

oder einfach *klick* auf eines der Bilder

 434 Tage    Renate Hoffmann  Irgendwo dazwischen

Ich wünsch euch ganz viel Spass beim Stöbern und Lesen

Sabine

freytag

p.s. das sind keine Schreibfehler sondern Spezialeffekte meiner bösen Tastatur

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